Stadtklima
Temperatur & Feuchte urbanes Klima städtisches Klima
Stadtklima beschreibt die typischen klimatischen Besonderheiten bebauter Gebiete. Gebäude, versiegelte Flächen, Grünanlagen und menschliche Abwärme verändern Temperatur, Wind und Strahlung.
Warum die Stadt abends Wärme übrig hat
Straßen, Dächer und Fassaden speichern tagsüber Energie und geben sie später wieder ab. Gleichzeitig fehlt auf versiegelten Flächen oft die Kühlung durch Verdunstung. Besonders in klaren, windschwachen Nächten kann die Stadt deshalb wärmer bleiben als das Umland. Dieser Unterschied heißt städtische Wärmeinsel.
Hannover wurde dafür eigens vermessen
Der DWD untersuchte Hannovers Stadtklima 2017–2020 mit zusätzlichen Stationen unter anderem am Weidendamm, auf dem Kronsberg und in Linden-Süd. Messfahrten ergänzten die Daten. Sogar Stadtbahnen und Stationen der ÜSTRA wurden in die Untersuchung einbezogen. Dass es in einer Bahn warm ist, kennen viele; hier wurde es auch systematisch gemessen.
Die Stadtklimastation am Weidendamm ergänzt die langjährige DWD-Station am Flughafen Hannover-Langenhagen. Letztere repräsentiert ein eher ländliches Umfeld. Ihre Klimamittel können deshalb nicht unverändert für einen dicht bebauten Innenhof stehen.
Was Grünflächen verändern
Bäume spenden Schatten, Pflanzen und feuchter Boden kühlen durch Verdunstung. Hannovers Klimaanalyse nennt etwa die Eilenriede und größere Baumgruppen im Georgengarten als günstigere Aufenthaltsbereiche an warmen Tagen. Unbeschattete versiegelte Plätze sind stärker belastet.
Eine Stadt hat mehr als eine Temperatur
Windführung, Schatten, Strahlung und Abwärme unterscheiden sich auf kurzen Wegen. Wie groß die Unterschiede sind, hängt von Wetterlage und Tageszeit ab. Stadtklima beschreibt solche wiederkehrenden Muster; ein einzelner heißer Nachmittag allein ist noch keine Klimastatistik.