Dampfdruckdefizit
Temperatur & Feuchte VPD Sättigungsdefizit Dampfdrucksättigungsdefizit
Das Dampfdruckdefizit, kurz VPD, beschreibt den Abstand zur Sättigung mit Wasserdampf. Es hilft einzuschätzen, wie stark die Luft die Verdunstung antreibt.
Die Lücke zwischen vorhandenem und möglichem Dampfdruck
Wasserdampf trägt einen kleinen Teil zum Luftdruck bei. Das Dampfdruckdefizit ist die Differenz zwischen dem Sättigungsdampfdruck bei der aktuellen Temperatur und dem tatsächlich vorhandenen Dampfdruck. Üblich ist die Einheit Kilopascal, kurz kPa.
Ein Zahlenbeispiel
Bei 20 °C beträgt der Sättigungsdampfdruck ungefähr 2,34 kPa. Bei 50 Prozent relativer Luftfeuchte ist davon die Hälfte vorhanden. Das Defizit beträgt damit etwa 1,17 kPa. Bei gleicher relativer Feuchte wächst das Defizit mit der Temperatur.
- Nahe null: Die Luft ist fast gesättigt; Verdunstung wird wenig angetrieben.
- Größerer Wert: Die Luft kann stärker zur Austrocknung beitragen. Wie viel Wasser tatsächlich verdunstet, hängt auch von Wind, Energie und Wasserangebot ab.
Warum Pflanzen darauf reagieren
Blätter geben Wasser durch winzige Spaltöffnungen ab. Wird der Wasserverlust zu groß, können Pflanzen diese Öffnungen schließen und damit auch ihre Aufnahme von Kohlendioxid bremsen. Der Wetterwert bezieht sich auf die Lufttemperatur; ein sonnenwarmes Blatt kann andere Bedingungen erleben.
VPD allein entscheidet deshalb nicht über das Gießen. Bodenfeuchte, Pflanzenart, Licht und Entwicklungsphase gehören dazu.