Seeing
Astronomie Astronomisches Seeing Luftunruhe Bildruhe
Seeing beschreibt die Unruhe astronomischer Bilder durch die Erdatmosphäre. Gutes Seeing lässt Sterne und Planetendetails ruhig und scharf erscheinen; es ist nicht dasselbe wie klare Sicht.
Warum Sterne flimmern
Luftschichten mit leicht unterschiedlicher Temperatur und Dichte brechen Licht verschieden stark. Bewegen sich diese Schichten und Wirbel, ändert sich der Lichtweg ständig. Im Teleskop springt ein Sternbild oder verschwimmt zu einem kleinen Fleck. Der Stern selbst hält dabei meist vollkommen still.
Kleine Bogensekunden sind hier gut
Seeing wird häufig als Größe der atmosphärisch verbreiterten Sternabbildung in Bogensekunden angegeben. Eine Bogensekunde ist 1/3.600 Grad. Ein Wert von 1″ bedeutet günstigere Bedingungen als 3″, wenn Wellenlänge, Blickrichtung und Messverfahren vergleichbar sind.
Nicht mit Transparenz verwechseln
- Seeing: Wie stark verschmiert die Luft das Bild?
- Transparenz: Wie viel Licht lässt sie hindurch?
Eine klare Nacht kann stark flimmern. Umgekehrt kann leicht dunstige Luft recht ruhig sein. Für feine Details auf Mond und Planeten ist die Bildruhe besonders wichtig.
Auch der Standort wirkt mit
Warme Dächer, Asphalt oder ein noch nicht ausgekühltes Teleskop erzeugen lokale Luftunruhe. Ein Standort über einer Wiese kann deshalb helfen. Turbulenzen hoch in der Atmosphäre bleiben aber bestehen. Eine Seeing-Prognose kann außerdem eine Modellschätzung sein und muss nicht einer direkten Messung entsprechen.