Böen
Wind Windböen Windspitzen
Eine Böe ist eine kurze Zunahme der Windgeschwindigkeit. Diese Windspitze kann deutlich stärker ausfallen als der über mehrere Minuten gemittelte Wind.
Warum Wind plötzlich zulegt
Luft bewegt sich nicht wie ein gleichmäßig fließendes Band. Wirbel mischen unterschiedlich schnelle Luft. Häuser, Bäume und Hügel erzeugen solche Turbulenzen. Auch Schauer und Gewitter können kräftigen Wind aus höheren Luftschichten bis zum Boden bringen.
So liest man den Böenwert
Wetterstationen erfassen Böen häufig als höchsten Drei-Sekunden-Mittelwert innerhalb eines Messzeitraums. Bei einer Vorhersage muss man ebenfalls auf den Zeitraum achten: Eine stündliche Böenangabe beschreibt die erwartete Spitze in dieser Stunde.
- Mittelwind 20 km/h: beschreibt den länger gemittelten Wind.
- Böen 50 km/h: einzelne kurze Spitzen können wesentlich kräftiger sein.
- Nicht addieren: Die Böe beträgt in diesem Beispiel 50 km/h, nicht 70 km/h.
Warum Böen im Alltag wichtig sind
Ein plötzlicher Seitenwind kann ein Fahrrad versetzen oder eine Tür zuschlagen. Die Windkraft nimmt bei sonst gleichen Bedingungen ungefähr mit dem Quadrat der Geschwindigkeit zu: Doppelt so schneller Wind übt etwa viermal so viel Kraft aus. Deshalb sind kurze Spitzen für lose Gegenstände und Äste besonders wichtig.
Gebäude können Wind umlenken und örtlich beschleunigen. Eine Vorhersage für ein Gebiet sagt daher nicht jede Böe an einer Straßenecke voraus. Auch ein niedriger Mittelwind schließt kräftige Gewitterböen nicht aus.